Geschichte der Medizinischen Bibliotheken an der Charité

Ein kurzer Abriss

Die Gründung der Charité erfolgte im Jahr 1710. Die Geschichte der "Charité - Universitätsmedizin Berlin" beginnt im Jahre 2005 mit dem Universitätsmedizingesetz, das vom Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Durch dieses Gesetz wurden die bis dahin eigenständigen medizinischen Fakultäten von Freier Universität und Humboldt Universität zur gemeinsamen medizinischen Fakultät beider Universitäten zusammengeschlossen.

Die Medizinische Bibliothek der Charité ist hervorgegangen aus folgenden ursprünglich selbständigen medizinischen Bibliotheken:

  • Medizinische Zentralbibliothek der Charité Mitte (HU)
  • Medizinische Bibliothek des Virchow-Klinikums (FU)
  • Medizinische Bibliothek des Universitätsklinikums Benjamin Franklin (FU)
  • Bibliothek der Klinik für Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde (FU)

 

Im Zuge der Fusionen an der Charité blieben diese Bibliotheken zunächst räumlich erhalten, wurden aber organisatorisch miteinander verbunden. Seit 2006 gibt es eine gemeinsame Leitung.

Ende 2010 wurde dann jedoch die Bibliothek am Campus Benjamin Franklin geschlossen, da die verbliebenen Ressourcen nicht mehr ausreichten, um alle vier Bibliotheksstandorte in angemessener Weise offen zu halten.

Über die Geschichte eines jeden einzelnen Bibliothekstandortes können Sie sich auf den nachfolgenden Seiten informieren:

 

Die Medizinische Bibliothek der Charité befand sich auch in den Folgejahren in einem fortgesetzten Reorganisationsprozess. Auf Beschluss der Fakultätsleitung hat die Bibliothek am Campus Virchow-Klinikum seit Herbst 2009 die Funktion einer Bibliothekszentrale übernommen. Die Bibliotheken an den anderen Standorten haben seitdem den Status von Zweigbibliotheken.

Zum 20. Dezember 2010 wurde die Medizinische Bibliothek am Campus Benjamin Franklin nach mehr als vierzigjährigem Bestehen geschlossen. Die der Gesamtbibliothek verbliebenen Ressourcen reichten nicht mehr aus, um alle vier Bibliotheksstandorte zu erhalten. So war schon zu Beginn des Jahres 2010 die Öffnungszeit am CBF in der Woche bis auf 16 Uhr reduziert und die Öffnung am Samstag ganz gestrichen worden. Beschleunigt wurde die Schließung auch durch eine in den Jahren davor deutlich zurückgegangene Nutzung der Bibliothek.

Das umfangreiche Angebot an online verfügbaren Zeitschriften und Datenbanken hat dazu geführt, dass die Ärzte und Wissenschaftler die Bibliothek nur noch in Ausnahmefällen aufsuchen müssen. Gleichzeitig wurden am Steglitzer Campus weniger Lehrveranstaltungen angeboten als früher, so dass der Schwerpunkt für die Ausbildung der Studierenden sich mehr nach Mitte und in den Wedding verlagerte.

All diese Entwicklungen zusammen ließen zum Schluss keine andere Wahl, als die Bibliothek am CBF zu schließen. Es war ein Schritt, der von vielen bedauert wurde, die über die letzten Jahrzehnte hinweg die Dienstleistungen der Bibliothek am Hindenburgdamm als Studierende oder als Ärzte und Wissenschaftler in Anspruch genommen hatten und die die persönliche und vertraute Atmosphäre dort sehr schätzten.

Fortentwicklung der Medizinischen Bibliothek der Charité seit 2014

Als Resultat des beschriebenen Fusions- und Reorganisationsprozesses wurden bei der Zusammenführung der Bestände alle mehrfach vorhandenen Bände gedruckter Zeitschriften aus dem Bestand genommen. Die verbliebenen Bände wurden Ende 2010 weitgehend in Räumen des Berliner Landesarchivs am Eichborndamm konzentriert. Dies wurde möglich durch eine Kooperation mit der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität, die dort über zeitlich bis zum Jahr 2015 befristete Nutzungsrechte verfügte.

Für die Zeit danach war an ein gemeinsam zu nutzendes Speichermagazin gedacht, das in einem Neubau hätte untergebracht werden sollen. Diese Planungen fanden jedoch keine Aufnahme in die mittelfristige Bauplanung des Berliner Senats.
Als dem Landesarchiv in den Jahren nach 2010 zusätzliche Pflichtaufgaben übertragen wurden, die auch zusätzlichen Platz beanspruchen, stand fest, dass die Räume dort vorzeitig würden geräumt werden müssen.

Als Vorbereitung für den erneuten Umzug wurden zunächst alle gebundenen Zeitschriftenbände, deren Inhalt zwischenzeitlich dauerhaft online verfügbar geworden war, aus dem Bestand herausgenommen. Der Restbestand von immer noch rund 3.400 Regalmetern wurde im Herbst 2014 in verschiedenen Räumen am Campus Benjamin Franklin untergebracht.
Neben diesem zentralen Zeitschriftenmagazin am CBF gibt es noch kleinere Bestände an gebundenen Zeitschriften in der Bibliothek der Zahnklinik sowie in der Bibliothekszentrale am CVK.

(Stand: März 2015)